In memoriam Friedrich-Wilhelm Furthmann (1920 – 1986)

(OZ 1986) Am 5. Januar verstarb in Lancken-Granitz zu früh im Alter von 66 Jahren der langjährige Lehrer und Schulleiter Friedrich-Wilhelm Furthmann. Rügen verliert mit ihm einen seit 40 Jahren auf Rügen tätigen Heimatforscher, dessen Leistung und Persönlichkeit weit über das Lokale hinaus reichte, und dem wir ein ehrendes Gedenken widmen.

Bild 6. Putbrese und Furthmann

Friedrich-Wilhelm Furthmann (rechts) und Heino Putbrese (links) auf einer Tagung zur Vor- und Frühgeschichte Rügens. Aufnahme: Dipl.-Prähist. W. Lampe, Sundhagen

Friedrich-Wilhelm Furthmann wurde am 11. Februar 1920 – wie auch der in Alt Reddevitz wirkende Heimatforscher und Heimatdichter Fritz Worm (1863 – 1931) – in Barth geboren.

F.-W. Furthmann war aber gleich nach dem Kriege in Lancken-Granitz als Neulehrer tätig und blieb diesem Beruf bis zur Pensionierung treu. Seine pädagogische Arbeit als Landlehrer wurde mit der Carl-Friedrich-Wilhelm-Wander- und mit der Pestalozzi-Medaille sowie vielen weiteren Auszeichnungen gewürdigt. Während seiner Zeit als Lehrer bekam Lancken-Granitz auch einen Schulneubau.

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Schulgebäude von Lancken-Granitz im Jahre 1972

 

Seine Freizeit gehörte der Rügenschen Heimatforschung, und hier hat er sich bleibende Verdienste erworben. Es ist besonders die Ur- und Frühgeschichte, von dem ersten Auftreten des Menschen vor etwa 10 000 Jahren bis zum 13. Jahrhundert, mit ihren archäologischen Funden, die sein Interesse fand. Besonders die Orte und Gemeinden Baabe, Binz, Blieschow, Dummertevitz, Gobbin, Lancken-Granitz, Neu-Reddevitz, Sellin, Stresow usw. hat er gründlich durchforscht.

Bild 8. Karte Hagenow 1829  westl. von Lancken - Gr

Karte des Freiherrn von Hagenow aus dem Jahre 1829. Verteilung der „Hünengräber“ westlich von Lancken/Granitz und Burtevitz und südlich der heutigen Bäderchaussee

Bild 7. Lancken-Granitz. Birkengrab 2009

Großsteingrab bei Lancken/Granitz – sogenanntes Birkengrab, 2005

Dabei stützte er sich auf einen breiten Kreis interessierter Helfer und entfaltete eine rege Vortrags- und Aufklärungstätigkeit. Es gibt vermutlich kaum ein Gebiet in der DDR, das so gründlich erkundet ist, wie die Landschaft südlich der Granitz.

Seine wissenschaftlichen Kenntnisse eignete er sich durch das Studium der entsprechenden Fachliteratur und die Teilnahme an vielen Kongressen, Tagungen und Seminaren der Museen, der Akademie der Wissenschaften, des Kulturbundes und der Historiker-Gesellschaft an. Hier trat er auf und berichtete über seine Arbeit. Mehrfach wurde er als einer der erfolgreichsten Laienforscher des Ostseebezirkes ausgezeichnet.

Bild-9.-Blick-über-den-Neuensiener-See-auf-das-Dorf.-1965

Blick über den Neuensiener See auf das Dorf Lancken/Granitz im Herbst 1965

 

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