Kategorie-Archiv: Bronzezeit

Einmalige Denkmalslandschaft

(OZ v. 25.5.1978) Die Nutzung der Stubnitz durch Waldweide, Kohlen-Meilerwirtschaft, Bau- und Brennholzgewinnung führte im Laufe der letzten Jahrhunderte zu einer Reduzierung des Waldes, der ursprünglich weite Teile Jasmunds bedeckte. Dabei veränderte sich der Baumbestand durch das Eindringen der Hain- und der Rotbuche zu Ungunsten der Eiche. Nadelholzanpflanzungen erfolgten sogar erst nach 1820. In diesem Jahrhundert durchforstete man die Stubnitz mit Eichen, Kiefern, Fichten und Lärchen, so dass heute etwa 80 Prozent Rotbuche, elf Prozent Fichte, Douglasie und Tanne, 2,5 Prozent Lärche und Kiefer, 1,9 Prozent sonstiges Laubgehölz zu registrieren sind (Dost, H. Rügen. Die Grüne Insel und ihre Naturschutzgebiete, 1960).

Stubnitz. Altes Torfmoor am Falsinger Berg 2009

Stubnitz. Altes Torfmoor am Falsinger Berg 2009

Die Nutzung der Stubnitz durch die rügensche Bevölkerung wurde spätestens seit dem16. Jahrhundert durch die herrschende Klasse weitgehend eingeschränkt. Das Waldgebiet gehörte den pommerschen Fürsten, die 1546 eine „Holzordnung“ erließen. Man durfte den Wald nur noch zu bestimmten Zeiten und auf festen Wegen, die durch „Baumhäuser“ kontrolliert wurden, betreten. Die Stubnitz wurde damit fürstliches Jagdrevier für Hochwild. Das Jagdrecht blieb auch später in den Händen des Adels und des gehobenen Bürgertums, die im Frühjahr auf Schnepfen jagten. Allein 1894 wurden in den Jagdrevieren des Fürsten von Putbus – dazu gehörten u. a. auch Teile der Stubnitz – fast 7000 Stück Nutzwild erlegt, darunter 200 Stück Rot- und Damwild, über 2000 Fasane und fast 2000 Kaninchen. Es jagten neben einigen Offizieren die Barone von Veltheim (Neklade) und von der Lancken-Wakenitz (Boldevitz) sowie der Fürst selbst. Die Förster fungierten bei den Hochwildjagden in der Regel als Treiber und Organisatoren.

Großsteingrab des Typs „Großdolmen“ Pfennigskasten in der Stubnitz 2009.  Erhalten sind nur noch die Wandsteine. Die Deckplatten fielen den  Steinschlägern zum Opfer.

Großsteingrab des Typs „Großdolmen“ Pfennigskasten in der Stubnitz 2009.
Erhalten sind nur noch die Wandsteine. Die Deckplatten fielen den
Steinschlägern zum Opfer.

Die Stubnitz ist eine einmalige Denkmalslandschaft. Bis heute haben sich über 200 Hügel- und Großsteingräber aus der Stein- und Bronzezeit erhalten, deren Pflege und Erhaltung gleichfalls in den Landschaftspflegeplan gehört. Auch in den Jahrhunderten n. Chr. G. scheint die Stubnitz – besonders in ihrem westlichen Teil – von Menschen besiedelt gewesen zu sein. Neben seltenen Pflanzen, den einzigartigen Kreideablagerungen, den größten Kalktuffterrassen im Norden der DDR Nordosten Deutschlands und Schwefelquellen bietet die Stubnitz also auch den historisch interessierten Touristen Gelegenheit zur Erholung und Bildung. Begrüßenswert sind die vielfältigen Aktivitäten des Rates der Stadt Sassnitz und des Kulturbundes, deren Ziel darin besteht, die Stubnitz noch attraktiver zu gestalten. Das betrifft das Aufstellen von Hinweistafeln, das Anlegen von Wanderwegen und den Bau von Schutzhütten.